Neues aus dem Rathaus

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Beprobung des öffentlichen Wasserleitungsnetzes in der Gemeinde Weiskirchen sowie in der Stadt Wadern musste am 13.12.2018 festgestellt werden, dass das Trinkwasser in den Ortsteilen Weiskirchen und Konfeld in der Gemeinde Weiskirchen sowie in den Stadtteilen Morscholz, Steinberg, Reidelbach, Wadrill und Gehweiler der Stadt Wadern mit Keimen belastet war. Dies führte dazu, dass vom Gesundheitsamt Merzig ein sogenanntes Abkochgebot erlassen wurde. Damit einhergehend wurden unverzüglich Maßnahmen eingeleitet, um das kontaminierte Wasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz zu spülen, parallel hierzu wurde mit der Chlorung des Trinkwassers begonnen. In den darauffolgenden Tagen wurden die Spülvorgänge in den betroffenen Orts- bzw. Stadtteilen fortgeführt, sodass man das erlassene Abkochgebot bereits wieder am darauffolgenden Sonntag, 16.12.2018, aufheben konnte. Im Laufe der darauffolgenden Woche wurde die Chlorung eingestellt und entsprechende Nachproben entnommen. Diese Nachproben ergaben einwandfreies, der Trinkwasserverordnung entsprechendes Trinkwasser, sodass sämtliche Anordnungen und Gebote des Gesundheitsamtes am 21.12.2018 aufgehoben wurden.

Seitens der Werkleitung und der mit der technischen Betriebsführung beauftragten Hochwald Wasser GmbH wurden neben der Behebung der Störung umgehend nach Bekanntwerden der Verunreinigung Maßnahmen eingeleitet, um die Ursache für die Verkeimung des Trinkwassers festzustellen. Das kontaminierte Wasser stammte eindeutig aus dem Einzugsgebiet der Herberlochquellen, von wo aus es dem Hochbehälter Campingplatz zugeführt wurde. Über diesen wurde das Wasser dann dem öffentlichen Wasserleitungsnetz und somit den betroffenen Ortsteilen abgegeben. Als Ursache für die Verkeimung des Trinkwassers sind in erster Linie natürliche Ereignisse zu nennen. Durch die lang anhaltenden und niederschlagsarmen Sommermonate wird dem Erdreich Feuchte entzogen. Durch die Austrocknung des Erdreichs entstehen Risse und Spalten, durch welche das Oberflächenwässer bei Stark- bzw. Dauerregen quasi ohne die natürlichen Filtereigenschaften des Erdreichs den Quellsträngen zugeführt wird. Dies kann dann zu einer solchen Belastung des Quellwassers mit Keimen und Bakterien führen.

Seitens des Gemeindewasserwerkes Weiskirchen als Betreiber der Herberlochquellen wird nun geprüft, ob mit der Anschaffung einer technischen Lösung ein solches Vorfall verhindert werden kann. Bis zur endgültigen Entscheidung wird das Quellwasser der Herberlochquellen nicht zur Aufbereitung von Trinkwasser genutzt. Während des vorgenannten Zeitraums erreichten das Gemeindewasserwerk unzählige Anrufe, die sich über die Art der Veröffentlichung beklagten.

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Veröffentlichung eines Abkochgebotes, beispielsweise mit einem Lautsprecherwagen, durchweg eine Möglichkeit ist, die betreffende Bevölkerung zu informieren. Die betroffenen Orts-bzw. Stadtteile weisen eine große räumliche Distanz auf, sodass bei diesem Vorfall eine zeitnahe Information per Lautsprecherwagen schlichtweg ungeeignet gewesen wäre. Ferner waren die Mitarbeiter der Hochwald Wasser GmbH zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Abkochgebots bereits damit beschäftigt, die Gefahr durch das Spülen der öffentlichen Leitungen zu beseitigen. Auch waren die Mitarbeiter parallel in den betroffenen 7 Ortsteilen eingesetzt, sodass hier schlichtweg die personellen Ressourcen fehlten, um alle Ortsteile gleichzeitig und zeitnah zu informieren.

Die seitens der Werkleitung gewählte Art und Weise der Veröffentlichung über Presse, Rundfunk und Fernsehen ist die gängige Art und ist somit als gängige Praxis zu bezeichnen. Durch die parallele Veröffentlichung über die sozialen Medien wurde darüber hinaus ebenfalls ein relativ großer Personenkreis in schneller Zeit erreicht.  Es muss uns allen bewusst sein, dass wir kein Medium besitzen, mit welchem wir zeitnah alle Bürgerinnen und Bürger informieren können.

Daher passen die Worte, die unser Bundeskanzler Frank-Walter Steinmeier in der Neujahrsansprache gewählt hat, quasi perfekt auf dieses Ereignis. Steinmeier hat die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland dazu aufgefordert, wieder mehr miteinander zu kommunizieren. Gerade bei einem solchen Ereignis lebt die örtliche Nähe und Gemeinschaft von der Kommunikation untereinander. Daher bitte ich Sie, gerade bei solchen Anlässen, zum Hörer zu greifen und insbesondere diejenigen, die nicht regelmäßig ihr Radio bzw. Fernsehgerät nutzen, zu informieren.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gemeindewasserwerkes und der Hochwald Wasser GmbH als technischer Betriebsführer haben unmittelbar nach Bekanntwerden der Verunreinigung mit großem Einsatz dafür gesorgt, dass unser Lebensmittel Nummer 1, das Wasser, möglichst schnell wiederum den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht. Aus diesem Grund möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten nochmals recht herzlich bedanken! Ebenso bedanke ich mich beim Gesundheitsamt des Landkreises Merzig-Wadern für die gute Zusammenarbeit.

Für weitere Rückfragen bzw. Anregungen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gemeindewasserwerkes telefonisch (06876 – 709-527 bzw. 533), per E-Mail (wasserwerk@weiskirchen.de) oder persönlich zu den üblichen Dienstzeiten im Rathaus, Zimmer 2.13 bzw. 2.14 zur Verfügung.

Wolfgang Hübschen
Bürgermeister